Bahn fahren: entspannen und Ideen aufgreifen

Vor einiger Zeit wieder eine längere Strecke mit dem ICE gefahren (die TiefkühlKlimaanlage könnten sie trotz Hitze etwas dezenter einstellen) und zum Glück einen ruhigen Waggon gefunden. Platzerl mit gutem Blick gesucht und nix getan.

Doch…

… aus dem Fenster geschaut und erinnert:

an die Geographiestunden in der HAK, wo der Prof. die Unternehmen im Mürztal nur so diktiert hat, daß die Federn krachten (oder Kulis ausgingen). Irgendwann mit einem Freund dann in den Schiurlaub gefahren und alles vom Zug aus gesehen. Großes beiderseitiges Aha-Erlebnis gefolgt von Scherzen und Gelächter.

.. und Ideen gehabt:

1.
Nicht nur um es den Geographielehrern leichter zu machen (keiner will sie ersetzen) wärs interessant, einen Reiseführer für Bahnstrecken zu erstellen. Schöne Strecken (z.B. Semmering, Gesäuse, …), belebte Strecken (Westbahn, Südbahn) in einer Map einzeichnen und die interessanten Punkte vermerken und beschreiben.

Ein Ansatz dazu ist bei der Mariazellerbahn zu finden. Da fehlen halt noch die Sehenswürdigkeiten. Das Ganze dann gleich auf den Monitoren der Videositze, die es teilweise noch im ICE gibt. Immer gleich anzeigen, wenn was kommt (Stadt, Land, Fluß 😉 ) und kurzes Featurevideo dazu.
Oder übers Zug-Wlan (GPS-Koordinaten müssten ja im Zug vorhanden sein).
Sponsoren: Frendenverkehrsvereine der Orte, Bahn, …

2.
„Das ist aber ein schönes Haus“. Gleich fotografieren. Und was ist das?
Dafür ein Webservice („whats this?“): Foto hochladen (oder Link auf flickr und Konsorten), mit Kurzinfo, wo es ungefähr ist (Uhrzeit, nächster Bahnhof). Mitglieder können Hinweise geben, das Foto kommentieren, Koordinaten hinzufügen. Für allgemeine Infos gibts jetzt ein Portal „Sims dich schlau“. SMS an 44044 schicken (39 Cent zahlen) und Antworten von der Community bekommen. Für jede gute Antwort bekommt man ein Los für die monatl. Ziehung. Kann ja gut sein, daß die Fotos noch dazunehmen. Wär vielleicht auch was für die A1-Innovations, wer programmiert einen Prototypen in 7 Wochen?

Rumsitzen: ergonomisch, sophisticated, übertechnisiert

Wiedermal einen krummen Rücken vorm Computer bekommen?
Da gibts jetzt wiedermal was „ergonomisches“: von Novelquest. Wird sicher nicht billig sein, das Teil.

Etwas günstiger aber stark an Zahnarzt erinnernd, die „Workstation“ von Ergomotion.

Ein einfacheres und günstigeres Modell: der Reactor Video Game Chair, ein Autositz mit Boxen und Rüttler, den gibts um €120,- wird aber nur in Kombination mit einem passenden Spiel verkauft.

Wer sich doch lieber bewegt, für den könnten diese Modelle von Treadmill interessant sein:

Bei Born Rich (tja, anschauen kann man sie ja mal) auch noch einige andere von der Kategorie gefunden.

Vor einigen Jahren gabs schon mal eine einfachere Version mit einer Liege, wo der PC samt Monitor (damals noch Röhre) integriert war. Einen Link habe ich leider nicht mehr auftreiben können, vielleicht kann sich ja wer erinnern und schreibt den Link im Kommentar dazu.

Beim Suchen allerdings noch eine ganz einfache Variante gefunden: ich nenne es mal „Notebookgürtel“

Zurück zu den aktuellem Produkt: es wäre eigentlich naheliegend, wenn Novelquest deren Mindball-Trainer integrieren, das ist ein Gerät, mit dem Alpha-Gehirnwellen trainiert werden können. Dazu das Gerät nach hinten kippen und Kurzzeitentspannung mit Alphawellentraining.
Fehlt noch der integrierte Kühlschrank mit automatischer Befüllung von aussen (irgendwie muß ich da gerade an eine Szene in Brazil denken) und ein zeitsparender, kleiner Umbau.

Wer mehr über solche Sitzgelegenheiten wissen will, sei auf Folge 2 einer Arte-Dokureihe hingewiesen. Da gabs einiges an gesellschaftlich bedingtem, japanischen Hightech-Sitzen zu sehen.

Im Vorübergehen paranoid werden

In Indien forschen sie an Algorithmen, wie Menschen an ihrem Gang erkannt werden können (yahhonews). Vorerst nur von der Seite, sicher irgendwann auch von vorne und hinten. Ein neues Sicherheitsmerkmal für den Reisepass? Am Flughafen gibt es eine Menge enger Gänge, wo sich so eine Kamera installieren liesse.

An der Universität von Portsmouth haben sie eine Kamera entwickelt, die sich umdreht, wenn sie ein verdächtiges Geräusch hört (golem).
Das auch noch. Überwachungskameras, die sich nach einem umdrehen und dann erkennen, wer es ist. Wenn die Erkennung auch von hinten funktioniert: gut um Flüchtende zu erkennen, wenn die dann nicht doch aufs Motorrad oder ins Auto steigen (wer da mit dem eigenen angemeldeten Wagen vorfährt, ist … ich sags nicht).

Paranoia Paradise wieder gedüngt für diese Woche.

Weiter Infos zu Gangarten:

Moli und Evernote oder Flock und Weave?

Moli ist jetzt in deutsch online gegangen. Ein weiteres Portal um sich darzustellen, sich auszutauschen, die Zeit zu vertrödeln?

Bei Moli kann man verschiedene Profile anlegen, z.B. ein öffentliches (für Bewerbungen zum Beispiel), eines für die Freizeit und eins für Familiäres. Die möglichen Profiltypen: Social, Family, Business, Professional, Custom. Bei jedem Typ gibts einen Link „What’s this“, der in englisch beschreibt, wofür das gut sein soll. Ich dachte, Moli ist in deutsch erschienen? Das gewählte Profil kann man dann noch auf „Public“, „Private“ oder „Hidden“ setzen.

Ärgerlich ist: beim Aufruf des „Control Panels“ kommt jedesmal ein Fensterchen mit „Moli Tool Tips“ durchgehend in Englisch, wenn das nicht so vordergründig wäre, liesse ich mich erinnern, so nervts und ich schalte das jetzt aus (und werde vermutlich nie die gewünschten Dinge machen).

Bevor ich mich da zu sehr reinstürze und versuche, doch etwas Überblick zu bekommen gleich ein Fazit: Moli erinnert mich stark an Myspace (Seite recht voll) und Facebook (detto und einige „Tools“ zum Einbinden -> Kalender etc. gratis, gegen 4 USD gibts einen Webshop).

Evernoteist ein Notizblock oder besser eine „Daweu“-Lade für den Computer, wo alles mehr oder weniger einfach reingeschoben und auch online gespeichert/abgeglichen werden kann. Das geht in verschiedenen „Notebooks“, die ich auch publizieren kann. Damit könnte ich auch (zumindest 40MB lang) Sammlungen zu einem Thema veröffentlichen. Interessant ist, daß ich per Mail auch was in meine Notebooks schicken kann, demnächst auch per Handy.

Ein zweites Hirn? Ich orte Abhängigkeitspotential, vermutlich hab ichs deswegen schon seit Monaten nur heruntergeladen und nicht installiert. Ich werde noch einen Anlauf wagen. Immer noch auf der Suche, die vielen Gedanken schnell loszuwerden und gesammelt wiederzufinden um sie dann gezielt verarbeiten zu können. Ob ich die dann einem Webservice anvertrauen will, bin ich mir nocht nicht sicher. Würde mich nicht wundern, wenn Evernote irgendwann in Google „eingemeindet“ wird.

Meinung:
Profile kann ich mir auch so verschiedene anlegen und die dann nur in meinem Browser auseinanderhalten. Ob mir da Moli was leichter macht, muß ich mir noch anschauen.

Interessant fände ich, alle meine Kontakte zu gruppieren („Freunderl und Bekannte“) und dann gruppenweise oder auch gezielt Leseberechtigungen für meine Webbeiträge zu erteilen (das meiste sicher auf „öffentlich“, will mich ja präsentieren). Das geht dahin, daß ich meine Bilder, Videos, Gedanken, Termine, aktuelle Positionen lieber an einer Stelle speichere und bei flickr, lastfm, plazes und Konsorten dann nur nach Bedarf eine Kopie freischalte (wenn ich die Öffentlichkeit dort nützen will), wenn private Profile bei einem Webservice möglich sind mit dem Profil, das genau die gewünschte Usergruppe umfasst (sofern die natürlich dort angemeldet sind). Geht ansatzweise mit Flock einem Firefox-Ableger für Blogger. Interessant ist dazu das Mozilla Projekt „Weave“.

Ich kann mir gut vorstellen, daß es in diese Richtung geht, wenn ich mir anschaue (wie viele andere besorgte auch), wie sich Google immer mehr ausweitet.

Zum Gruppieren meiner Kontakte fiele mir noch einiges anderes ein. Hat noch wer Lust, sich da konkrete Gedanken zu machen?

Fernsehen

Uefa-Panne, Schweizer Fernsehen ist klar, Al Dschasira wie kommts?

Am liebsten wäre mir sowieso, die Sendungen wie in der Videothek auszuwählen. Die Mediatheken ( ZDF , ARD, ORF 😉 ) gehen da schon in die Richtung, vielleicht eingebunden in http://www.joost.com/whatsjoost.html oder http://www.getmiro.com/ ( http://zattoo.com/de ist imho nur ein Player ).

Dann kann ich auswählen, wann ich was sehen will. Bei einem interessanten Thema in den Nachrichten (aus Videocasts zusammengstellt, z.B: http://current.com/currenttv ) kann ich gleich nach passenden Dokus suchen. Oder Filmen, die ich dann auch wie in der imdb kreuz- und querverlinkt habe (Schauspieler, Team, Themen, Orte).

Bahnhofsdach

Beim Berliner Hauptbahnhof wurde damals das Dach nicht in voller Länge gebaut.
Angeblich um den Fertigstellungstermin vor der WM2006 halten zu können, auch Kostenersparnis soll ein Grund gewesen sein, dabei waren die Teile bereits massgefertigt und wurden halt eingelagert. Viel wurde im Endeffekt nicht gespart.
Es gab auch einen Prozess zwischen Architekt und Bahnchef. Auf das Urheberrecht (Eingriff in den Entwurf) hat Hr. Gerkan trotz Prozessgewinn aber nicht gepocht, dafür durfte er die Umgestaltung planen.

Irgendwann hat man festgestellt, daß das Dach zu kurz ist (oh Wunder), und die Fahrgäste der ersten Klasse im Regen stehen müssten (zum Glück sind die Waggons der ersten Klasse immer vorne, sonst hätte es wahrscheinlich eh keinen gekratzt) und eine Untersuchung gestartet, was man denn machen könne.

Jetzt soll beschlossen werden, das Dach doch zu verlängern: kostet mehr als 50 Mio Euro, 16 davon alleine für die Reorganisation des Fahrplans wegen der abzusehenden Sperre der oberen Gleise.

Warum nicht gleich? Zum Glück hat die Vernunft gesiegt, wird aber nicht so ablaufen, daß die Kosten dann der Bahnchef trägt. Mehdorns Image kann eh nix mehr schaden, denn ist erst der Ruf ruiniert, entscheidets sich völlig ungeniert.

Ich hoffe nur, daß uns sowas beim Wiener Hauptbahnhof erspart bleibt. Zum Glück fangen sie ja auch nach der EM an. Aber irgendwelche Gschichtln werden schon kommen, wär aber schön, wenn wirs mal wieder reibungslos hinkriegen.

Mehr Euro – weniger Europa?

Die Slowakei hat ab nächstem Jahr auch den Euro. Da kann der „Twin City Liner“ ja schon mal ein drittes Schiff bestellen.

Da die Iren den „Lissabon-Reformvertrag“ abgelehnt haben, ist „die EU“ jetzt ein bisserl ratlos, wie u.a. der Standard schreibt. Wundert mich auch nicht weiter, wenn sich die Minister erst zusammensetzen und sich was ausdenken und dabei ziemlich ausser acht lassen, daß man die Menschen in Europa vielleicht zuerst fragen könnte. Ich befürchte, daß es eher in die andere Richtung gehen wird: „wenn das Volk immer gegen unsere schönen und hart erkämpfen Beschlüsse ist, fragen wir halt besser gar nicht mehr.“ Dabei geht die irische Ablehnung des Reformvertrags meines Erachtens primär nicht gegen den Vertrag an sich, sondern gegen das Gehabe der Eruopäischen Bürokratie im Allgemeinen.

Somit find ich gut, daß das Wachstum etwas eingebremst ist, und sich die Organisation konsolidiert – nicht missverstehen: ich bin sehr dafür, daß sich das geographische Europa weitgehend mit dem politischen deckt. Aber der Riesenapparat müsste siich mal verschlanken und überlegen: „Was wollma eigentlich?“.
Die europäische Idee wird erst gelebt, wenn man die Menschen sie auch leben lässt und nicht von Brüssel aus bestimmt. Vielleicht brauchts auch einfach mehr Agilität in der Politik?

Bis dahin kann sich ja der Euro noch mehr ausbreiten, und wir brauchen uns nicht mehr so ums Wechselgeld zu kümmern.