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Bahnhofsdach

Beim Berliner Hauptbahnhof wurde damals das Dach nicht in voller Länge gebaut.
Angeblich um den Fertigstellungstermin vor der WM2006 halten zu können, auch Kostenersparnis soll ein Grund gewesen sein, dabei waren die Teile bereits massgefertigt und wurden halt eingelagert. Viel wurde im Endeffekt nicht gespart.
Es gab auch einen Prozess zwischen Architekt und Bahnchef. Auf das Urheberrecht (Eingriff in den Entwurf) hat Hr. Gerkan trotz Prozessgewinn aber nicht gepocht, dafür durfte er die Umgestaltung planen.

Irgendwann hat man festgestellt, daß das Dach zu kurz ist (oh Wunder), und die Fahrgäste der ersten Klasse im Regen stehen müssten (zum Glück sind die Waggons der ersten Klasse immer vorne, sonst hätte es wahrscheinlich eh keinen gekratzt) und eine Untersuchung gestartet, was man denn machen könne.

Jetzt soll beschlossen werden, das Dach doch zu verlängern: kostet mehr als 50 Mio Euro, 16 davon alleine für die Reorganisation des Fahrplans wegen der abzusehenden Sperre der oberen Gleise.

Warum nicht gleich? Zum Glück hat die Vernunft gesiegt, wird aber nicht so ablaufen, daß die Kosten dann der Bahnchef trägt. Mehdorns Image kann eh nix mehr schaden, denn ist erst der Ruf ruiniert, entscheidets sich völlig ungeniert.

Ich hoffe nur, daß uns sowas beim Wiener Hauptbahnhof erspart bleibt. Zum Glück fangen sie ja auch nach der EM an. Aber irgendwelche Gschichtln werden schon kommen, wär aber schön, wenn wirs mal wieder reibungslos hinkriegen.

Mehr Euro – weniger Europa?

Die Slowakei hat ab nächstem Jahr auch den Euro. Da kann der „Twin City Liner“ ja schon mal ein drittes Schiff bestellen.

Da die Iren den „Lissabon-Reformvertrag“ abgelehnt haben, ist „die EU“ jetzt ein bisserl ratlos, wie u.a. der Standard schreibt. Wundert mich auch nicht weiter, wenn sich die Minister erst zusammensetzen und sich was ausdenken und dabei ziemlich ausser acht lassen, daß man die Menschen in Europa vielleicht zuerst fragen könnte. Ich befürchte, daß es eher in die andere Richtung gehen wird: „wenn das Volk immer gegen unsere schönen und hart erkämpfen Beschlüsse ist, fragen wir halt besser gar nicht mehr.“ Dabei geht die irische Ablehnung des Reformvertrags meines Erachtens primär nicht gegen den Vertrag an sich, sondern gegen das Gehabe der Eruopäischen Bürokratie im Allgemeinen.

Somit find ich gut, daß das Wachstum etwas eingebremst ist, und sich die Organisation konsolidiert – nicht missverstehen: ich bin sehr dafür, daß sich das geographische Europa weitgehend mit dem politischen deckt. Aber der Riesenapparat müsste siich mal verschlanken und überlegen: „Was wollma eigentlich?“.
Die europäische Idee wird erst gelebt, wenn man die Menschen sie auch leben lässt und nicht von Brüssel aus bestimmt. Vielleicht brauchts auch einfach mehr Agilität in der Politik?

Bis dahin kann sich ja der Euro noch mehr ausbreiten, und wir brauchen uns nicht mehr so ums Wechselgeld zu kümmern.